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Der Mietspiegel: wie er entsteht und wie Sie ihn lesen

Ein Mietspiegel ist die amtliche Antwort auf die Frage, was eine Wohnung in Ihrer Gemeinde üblicherweise kostet.

Geprüft von Radif Partners · Redaktionsrichtlinien · Methodik

Berliner Mietspiegel 2026: Ihr Feld

Mittelwert des Feldes

7,08 €/m²

Zeile85
Spanne5,90 €/m² – 9,25 €/m²
Für Ihre Fläche424,80 €
Mit Ausstattung und Grenzen rechnen →

Ein Mietspiegel ist nach § 558c BGB eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete, die von der zuständigen Behörde oder von Interessenvertretern der Mieter und Vermieter gemeinsam erstellt oder anerkannt wurde. Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern müssen einen Mietspiegel erstellen und veröffentlichen. Er zeigt, welche Nettokaltmiete für Wohnungen vergleichbarer Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage in den letzten sechs Jahren vereinbart oder geändert wurde. Es gibt zwei Bauarten: Tabellenmietspiegel wie in Berlin und Hamburg ordnen jede Wohnung einem Feld zu, Regressionsmietspiegel wie in München oder Frankfurt rechnen mit einer Basismiete und Zu- und Abschlägen. Ein qualifizierter Mietspiegel ist wissenschaftlich erstellt und anerkannt; für ihn wird vermutet, dass er die Vergleichsmiete richtig wiedergibt. Für eine Wohnung von 1965 mit 62 m² nennt der Berliner Mietspiegel 2026 in mittlerer Lage 6,65 € je Quadratmeter, der Hamburger Mietenspiegel 2025 in normaler Lage 7,56 €.

Wozu ein Mietspiegel dient

Der Mietspiegel ist das wichtigste Werkzeug, um die ortsübliche Vergleichsmiete einer Wohnung zu bestimmen. Diese Zahl entscheidet über drei Dinge. Erstens über die Mieterhöhung: Nach § 558 BGB darf ein Vermieter die Zustimmung zu einer Erhöhung nur bis zur Vergleichsmiete verlangen, und er darf seine Forderung mit dem Mietspiegel begründen (§ 558a BGB). Zweitens über die Neuvermietung: In Gebieten mit Mietpreisbremse darf die Anfangsmiete höchstens zehn Prozent darüber liegen. Drittens über die Sozialleistungen: Jobcenter und Sozialämter ziehen ihn heran, um angemessene Unterkunftskosten festzulegen.

Tabellenmietspiegel und Regressionsmietspiegel

Beim Tabellenmietspiegel bilden einige wenige Merkmale die Achsen einer Tabelle, typischerweise Baujahr, Wohnfläche und Wohnlage. Jede Wohnung fällt in genau ein Feld, und dieses Feld nennt einen Mittelwert und eine Spanne. Berlin hat 189 solcher Zeilen, verteilt auf drei Tabellen für einfache, mittlere und gute Lage; Hamburg hat eine Tabelle mit 90 Feldern für normale und gute Lage. Weitere Merkmale wie ein Balkon, eine Einbauküche oder ein modernisiertes Bad entscheiden über die Position innerhalb der Spanne.

Beim Regressionsmietspiegel hat ein statistisches Modell aus den erhobenen Mieten geschätzt, wie viel jedes Merkmal zur Miete beiträgt. Daraus entsteht eine Basismiete, meist nach Wohnfläche, und eine Liste von Zu- und Abschlägen in Euro oder Prozent. München, Frankfurt, Stuttgart, Leipzig, Nürnberg und Essen arbeiten so; Dortmund verbindet eine Basistabelle nach Baujahr mit Zuschlägen in Euro. Regressionsmietspiegel sind genauer, aber ohne Rechner mühsam: Man muss alle Merkmale kennen und korrekt addieren oder multiplizieren.

Mietspiegel der großen Städte, Stand 12. Oktober 2026
StadtAusgabeArtWerte hier
BerlinBerliner Mietspiegel 2026qualifiziertberechnet
HamburgHamburger Mietenspiegel 2025qualifiziertberechnet
DortmundMietspiegel Dortmund 2025/2026 für nicht preisgebundene Wohnungenqualifiziertberechnet
MünchenMietspiegel für München 2025qualifiziertEingabe, Rechte vorbehalten
KölnMietspiegel für frei finanzierte Wohnungen in Köln 2025einfachEingabe, Rechte vorbehalten
Frankfurt am MainFrankfurter Mietspiegel 2026qualifiziertEingabe, Rechte vorbehalten
StuttgartQualifizierter Mietspiegel 2025/2026 für StuttgartqualifiziertEingabe, Rechte vorbehalten
DüsseldorfMietspiegel für die Landeshauptstadt Düsseldorf, gültig ab 1. August 2026einfachEingabe, Rechte vorbehalten
LeipzigLeipziger Mietspiegel 2025 – 2027qualifiziertEingabe, Rechte vorbehalten
DresdenDresdner Mietspiegel 2025qualifiziertEingabe, Rechte vorbehalten
HannoverMietspiegel 2025 Landeshauptstadt HannoverqualifiziertEingabe, Rechte vorbehalten
NürnbergMietenspiegel 2026qualifiziertEingabe, Rechte vorbehalten
BremenQualifizierter Mietspiegel für die Stadtgemeinde Bremen 2026qualifiziertEingabe, Rechte vorbehalten
EssenQualifizierter Mietspiegel 2026 für nicht preisgebundene Wohnungen in EssenqualifiziertEingabe, Rechte vorbehalten

Einfach oder qualifiziert

Von den 14 Städten in unserer Übersicht haben 12 einen qualifizierten Mietspiegel. Köln und Düsseldorf haben einfache Mietspiegel, die von Verbänden aufgestellt werden. Der Unterschied ist rechtlich erheblich: Ein qualifizierter Mietspiegel ist nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt und von der Gemeinde oder beiden Interessenseiten anerkannt (§ 558d BGB). Für ihn gilt die Vermutung, dass seine Werte die Vergleichsmiete wiedergeben, wenn er rechtzeitig angepasst wurde. Wer etwas anderes behauptet, muss es beweisen. Außerdem muss ein Vermieter die Werte eines qualifizierten Mietspiegels in seinem Erhöhungsschreiben auch dann nennen, wenn er die Erhöhung anders begründet. Mehr dazu auf der Seite qualifizierter Mietspiegel.

So lesen Sie Ihren Mietspiegel

  1. Geltungsbereich prüfen. Gilt der Mietspiegel für Ihre Wohnung? Ausgeschlossen sind meist Ein- und Zweifamilienhäuser, geförderte Wohnungen, möblierte Wohnungen und sehr neue Gebäude. Der Berliner Mietspiegel 2026 erfasst zum Beispiel Wohnungen, die bis Ende 2024 bezugsfertig wurden.
  2. Wohnlage nachschlagen. Im Straßenverzeichnis, in der Wohnlagenkarte oder in der Online-Abfrage der Stadt.
  3. Baujahr und Fläche zuordnen. Maßgeblich ist das Jahr der Bezugsfertigkeit, nicht das Jahr einer späteren Sanierung, und die Wohnfläche nach der Wohnflächenverordnung.
  4. Ausstattung bewerten. Nach den Merkmalen, die der Mietspiegel aufzählt; nur was der Vermieter gestellt hat, zählt.
  5. Nettokaltmiete vergleichen. Der Mietspiegel nennt Nettokaltmieten. Zahlen Sie eine Inklusivmiete, rechnen Sie die Betriebskosten heraus.

Für Berlin, Hamburg und Dortmund nimmt Ihnen der Mietcheck diese Schritte ab, für die übrigen Städte führt er Sie zum offiziellen Rechner und verbindet dessen Ergebnis mit den Regeln Ihrer Gemeinde. Das kleine Werkzeug oben zeigt, wie der Berliner Mietspiegel ein Feld auswählt: Die Wohnung von 1965 mit 62 m² in mittlerer Lage liegt in Zeile 89.

Wie alt darf ein Mietspiegel sein?

Ein Mietspiegel soll alle zwei Jahre an die Marktentwicklung angepasst werden (§ 558c Abs. 3 BGB). Für einen qualifizierten Mietspiegel ist das Pflicht, und nach vier Jahren muss er neu erstellt werden; maßgeblich ist der Stichtag der Daten. Gibt es keinen aktuellen Mietspiegel, darf sich ein Vermieter nach § 558a Abs. 4 BGB auch auf einen veralteten oder den einer vergleichbaren Gemeinde stützen. Die Vermutungswirkung hat dann aber nur ein rechtzeitig angepasster qualifizierter Mietspiegel.

Häufige Fragen

Muss jede Stadt einen Mietspiegel haben?

Jede Gemeinde mit mehr als 50.000 Einwohnern muss seit der Reform des Mietspiegelrechts einen Mietspiegel erstellen und veröffentlichen (§ 558c Abs. 4 BGB). Kleinere Gemeinden sollen einen erstellen, wenn ein Bedürfnis besteht. Mehrere Gemeinden dürfen einen gemeinsamen Mietspiegel aufstellen, und ein Mietspiegel kann auch nur für Teile einer Gemeinde gelten.

Woher weiß ich, in welcher Wohnlage meine Wohnung liegt?

Aus dem Wohnlagenverzeichnis oder der Wohnlagenkarte, die zum Mietspiegel gehört. Berlin veröffentlicht ein Straßenverzeichnis mit Hausnummern, Hamburg ein Wohnlagenverzeichnis nach Straßenabschnitten, Dortmund eine Karte mit sieben Gebieten. Die Lage hängt an der Adresse, nicht an Ihrem Eindruck; in einem guten Viertel kann ein einzelnes Haus einfach eingestuft sein.

Warum zeigt diese Website nicht für jede Stadt Mietspiegelwerte an?

Weil viele Städte sich die Rechte an ihren Tabellen vorbehalten. München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf, Leipzig und andere untersagen die Wiedergabe im Internet oder die elektronische Speicherung. Wir verlinken dort das offizielle Angebot und rechnen mit dem Wert weiter, den Sie eintragen. Berlin, Hamburg, Dortmund veröffentlichen ihre Werte frei oder als offene Daten.

Was ist der Unterschied zwischen Mittelwert und Spanne im Mietspiegel?

Der Mittelwert zeigt, was eine durchschnittlich ausgestattete Wohnung des Feldes kostet. Die Spanne umfasst die mittleren Mieten, in Berlin drei Viertel, in Hamburg zwei Drittel der erhobenen Werte. Wo Ihre Wohnung in der Spanne liegt, hängt von Ausstattung und Zustand ab; manche Städte geben dafür Punkte oder Prozentsätze vor, andere nur Beispiele.

Gilt ein Mietspiegel auch für Einfamilienhäuser und möblierte Wohnungen?

Meist nicht. Die meisten Mietspiegel erfassen nur Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, Berlin etwa ab drei Wohnungen im Gebäude, und schließen Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser, möblierte Wohnungen und geförderten Wohnraum aus. Für solche Wohnungen muss die Vergleichsmiete anders begründet werden, zum Beispiel mit einem Gutachten oder Vergleichswohnungen.

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Quellen

Verfasst von

Herausgeber von Mietrechtsrechnern für Deutschland

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